Aktuelles Schuljahr



GZ v. 06.05.2020

Zweimal „Happy birthday” beim Händewaschen
In der Grundschule Jürgenohl lernen wieder die Viertklässler – Viele Regeln, doch die Freude überwiegt bei Lehrerinnen und Schülern

Goslar. Endlich können sie wieder gemeinsam in ihrer Schule. Nach sechs Wochen daheim hatten auch die Viertklässler der Grundschule Jürgenohl Goslar gestern und am Montag ihren ersten Schultag. Damit alle Abstände eingehalten werden, wird tageweise abwechseln jeweils nur die halbe Klasse unterrichtet. Zum ersten Lehrstoff der langen Pause gehörten eine Menge Regeln darüber, wie man sich während der Corona-Zeiten verhält, die Hände richtig wäscht und sich im Schulhaus mit Maske bewegt.

Viertklässler der Grundschule Jürgenohl können wieder in ihrer Schule lernen – auch wenn es viele Regeln gibt.

Goslar. An diesem Schulbeginn war nichts normal: Nach sechs Wochen Corona-Zwangspause durften Niedersachsens Viertklässler wieder in ihre Schule gehen.

Das gilt auch für die 65 Jungen und Mädchen der drei vierten Klassen der Grundschule Jürgenohl. Hier wird alles getan, damit sich die Schüler an Hygiene-Regeln halten und für Mindestabstände gesorgt ist.

„Es ist momentan für uns und die Kinder einfach eine ganz besondere Situation”, sagt Rektorin Christine Bulban. „Wir müssen das ganze Schulsystem umstrukturieren.” Man hat sich für ein Modell entschieden, bei dem abwechselnd tageweise jeweils eine halbe Klasse unterrichtet wird. Und was es auch noch nie gab: Morgens kommen die Kinder zeitversetzt am Schulhaus an. Hier wird dann jeder einzeln zu einem der vier Eingänge gelotst und erreicht von dort aus auf festgelegten Wegen den eigenen Platz im Klassenraum. Der Nachbarplatz bleibt frei. Immer wieder wird ans Händewaschen erinnert. Es müssen Masken getragen werden. Trotz der neuen Vorschriften sind alle froh, wieder ein wenig mehr Normalität zu erleben. Lehrerin Iris Warnecke steht glücklich vor den Kindern ihrer 4b. Sie findet es auch nicht schön, mit Mundschutz zu unterrichten. „Schließlich kann mit Mimik viel gesagt und vermittelt werden.” Doch auch sie hofft wie alle, dass diese Zeit einmal vorbeigeht und alles wieder so ist, wie es Schüler und Lehrer kennen. Denn zurzeit unterrichten zwei Lehrkräfte jeweils eine halbe Klasse in allen Fächern, um den persönlichen Kontakt zu minimieren. Das soll auch noch in der kommenden Woche so sein.

Damit wenigstens ein Stück weit Normalität herrschen kann, wurde der Schulbetrieb in den vergangenen Tagen und Wochen komplett neu organisiert. Und auch die 265 Schüler und deren Eltern müssen auf dem Laufenden gehalten werden.

In der Klasse 4b kann bei Lehrerin Iris Warnecke wieder gelernt werden. Sie zeigt mit einem bunten “Corona-Stab” den Mindestabstand an.
Die Schüler sind sehr froh, endlich wieder in der Schule zu sein. Alle bemühen sich, die vielen neuen Regeln einzuhalten.

Spezieller Stundenplan

Einen normalen Stundenplan erstellen, dafür braucht Rektorin Christine Bulban normalerweise vier Tage. Nun hat sie mit Konrektorin Nina Schiborr einen speziellen Corona-Stundenplan entwickelt.Denn der Einsatz von 24 Kollegen und Kolleginnen, zwölf pädagogischen Mitarbeitern, zwei Sozialpädagoginnen, einer Praktikantin, einer „Bufdine” sowie sechs Schulbegleitungen muss koordiniert und immer wieder an neue Situationen angepasst werden. Und das bei einem so gro8en Schulteam.

Die letzten Dienstbesprechungen wurden in der Turnhalle durchgeführt, weil das Lehrerzimmer viel zu klein wäre. Hier wurde auch darüber diskutiert, wie man kindgerecht die Regeln vermitteln und aufs Einhalten achten kann. Dafür hat man sich allerhand einfallen lassen:

Ein bunt bemalter „Corona-Stab” zeigt, wie lang tatsachlich anderthalb Meter sind. Es wurden Schilder angefertigt, die im gesamten Schulhaus hängen. Eine „Helikopter-Übung” für zwischendurch macht die Abstände klar — dabei drehen sich die Kinder mit ausgestreckten Armen um die eigene Achse.

Die „Regeln für die Corona-Zeit” wurden außerdem liebevoll in einer kleinen Broschüre zusammengefasst. Damit zum Beispiel die Hände wirklich 30 Sekunden lang gründlich eingeseift werden, sollen die Kinder zweimal „Happy birthday” singen, wird empfohlen.

Alle Schüler haben sich am ersten Tag einen Film des Bundesministeriums für Gesundheit angesehen. „Der ist richtig gut gemacht und weist auf alle wichtigen Dinge hin”, sagt die Rektorin. Denn gerade das häufige Auf- und Absetzen der Masken, ohne sie zu sehr zu berühren, das sei nicht so einfach. Zusätzliche Wollbänder daran sind der neueste Vorschlag. „So konnten die Kinder sie während der Pause auch einfach mal hängen lassen, statt sie immer wieder anzufassen”, erklärt Christine Bulban. Seit Beginn der schulischen Zwangspause am 13. März ist sie quasi täglich an der Schule. Denn auch die „Notgruppen” müssen organisiert werden. In ihnen wurden und werden Kinder betreut, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Momentan sind es zwölf.

Rektorin Christine Bulban

Weiter Schüler kommen

Ab 18. Mai, das steht fest, werden auch die Schuler der dritten Klassen wieder zur Schule kommen. Ende Mai will man die jüngsten Schüler willkommen heißen. Stufenweise geht es also zurück in die Normalität — Schüler für Schüler.

„Wir Lehrer sind froh darüber, dass viele Eltern das Lernen zu Hause sehr gut unterstützt haben”, lobt Bulban. „Wir haben das Gefühl, dass gut und selbstständig gearbeitet wurde.”

Aufgaben wurden abgeholt, erledigt und zurück zur Schule gebracht. Nur vereinzelt sei das nicht der Fall gewesen. Dabei habe sich das Modell der „Eingangsstufe” bewährt. Dabei bekommen die Schuler der ersten und zweiten Klassen von vornherein individuelle Arbeitspläne.

Text/Fotos: Antje Seilkopf



GZ v. 21.04.2020

Willkommen zum Hausaufgaben-Parcours
Heute können Eltern und Schüler ihre Arbeitsunterlagen für den Unterricht zu Hause abholen

Von Petra Hartmann

Goslar. Die Osterferien sind zu Ende, und die neue Corona- Verordnung ist da. Während die Stadt Goslar bei den Kindergärten noch nicht sagen kann, wie es weitergeht, sind die Schulen inzwischen startklar für die neue Lernphase: Willkommen im Unterricht zu Corona-Zeiten.

Herzlich willkommen:
Lehrerin Ellen Farnen begrüßt die Eltern und Schüler zum Abholen der Aufgaben.

Die Grundschule Jürgenohl öffnet heute ihre Tore für Eltern und Schüler, die sich ihre Aufgaben abholen wollen, und hat einen Parcours aufgebaut, damit alles virensicher ablaufen kann. Am Eingang der Schule sind mit gelbschwarzen Klebestreifen Warteabstände auf dem Boden markiert, der Weg ist mit bunten Hütchen abgegrenzt, an der Tür steht eine Lehrkraft, die dafür sorgt, dass jeweils nur eine Person eintreten kann. Im Foyer gibt es Hinweistafeln mit den wichtigsten Regeln für das Lernen daheim und für Sicherheitsabstände.

Die sieben Kinder aus der Notbetreuung kennen schon den „Helikoptertest”: Wer die Arme ausstreckt und sich drehen kann, ohne andere zu berühren, hält den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern perfekt ein. In der Aula liegen Arbeitsblätter auf Tischen und in Regalen aus, sortiert nach Klassen, Fächern und mit dem Namen des jeweiligen Schülers versehen. Manche Lehrer haben die Aufgaben mit einer kleinen Süßigkeit, zum Beispiel einem Schoko-Marienkäfer, verziert – da lernt es sich gleich noch leichter.

Ein anderes Regal ist dafür vorgesehen, die erledigten Hausaufgaben abzugeben. Wer mag, kann auch Briefe an seine Mitschüler an einer Pinwand hinterlassen. Und, ganz wichtig: Eltern und Schüler, die die Rallye in der Aula absolviert haben, müssen den Pfeilen folgen und die Schule durch den Hinterausgang verlassen, um nicht mit den Wartenden am Haupteingang zusammenzutreffen.

Schulleiterin Christine Bulban (links) und Konrektorin Nina Schiborr bereiten die Aula vor. An der Pinnwand hängen Grüße von Schüler an ihre Klassen.

Erstklässler online

Einen gemeinsamen Unterricht im Klassenraum wird es laut Entscheidung des Kultusministeriums bis zum 3. Mai nicht geben, aber auch für die „Kleinen” aus der Schuleingangsstufe ist eine tägliche Lern- und Übungszeit von anderthalb Stunden pro Tag verbindlich vorgesehen. Aus der Zeit vor den Osterferien gibt es inzwischen schon erste Erfahrungen. Grundsätzlich seien die Strategien der Schule zum Unterricht zu Hause positiv aufgenommen worden, sagt Schulleiterin Christine Bulban.

Auf der Schul-Homepage gibt es Tipps für das Lernen daheim, und selbst die Kleinsten haben jetzt ihren Zugang zum „iServe”-Schulserver bekommen. „Die sind jetzt ganz stolz und fühlen sich wie 18-Jährige”, sagt Bulban. Ferner finden die Schüler per „Anton-App” Aufgaben aus allen Fächern. Nun werden noch Termine für Telefonsprechstunden vergeben: Jeder Lehrer soll mit jedem seiner Schüler einmal pro Woche ein Telefongespräch führen. Auch Eltern können die Lehrer regelmäßig anrufen. Als Nächstes wird die Schule für jeden Schüler und jeden Mitarbeiter Mundschutze erhalten. Sie werden genutzt, wenn die Schule wieder losgeht. Im Unterricht sind sie nicht Pflicht. Aber für Pausen und für den Transport zur Schule – einige Schüler werden per Taxi gebracht – werden sie empfohlen.

Wie es mit den städtischen Kindergärten, der Notbetreuung und den Gebühren weitergeht, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden. Die am Freitag erlassenen neuen Regelungen des Landes seien inzwischen bei der Stadt Goslar eingegangen, sagte Stadt-Sprecherin Vanessa Nöhr. „Die Veränderungen und Anpassungen der Kriterien, die die jüngste Landesverordnung mit sich bringt, müssen wir zunächst sortieren und organisieren. Dabei werden wir das Prozedere beibehalten, das sich in den vergangenen Wochen bewährt hat: enge Abstimmung mit dem Landkreis und den anderen Kommunen im Landkreis”, sagte sie.

Fotos: Hartmann



Auszug GZ v. 29.02.2020

Schüler singen mit Silberbrocken in der Hand das Steigerlied
Grundschule Jürgenohl beteiligt sich bei unserer GZ-Aktion und präsentiert das Steigerlied

Von Sebastian Sowa

Goslar. Sie hatten sogar Silberbrocken vom Rammelsberg dabei: Der Schulchor der Grundschule Jürgenohl hat sich an unserer Aktion „Singt uns das Steigerlied” beteiligt. Geprobt wurde an drei Donnerstagen, präsentiert wurden drei Strophen des Brauchtumsklassikers.

Aus Alufolie wurden Silbersteine gebastelt. Eingeübt haben sie das Lied zusammen mit der Musiklehrerin und Leiterin des Schulchores Irina Wegner. Sie begleitete die Schüler am Klavier.

Viele der Schüler haben eine Verbindung zum Rammelsberg. Entweder waren sie zu Kinder-Geburtstagen auf dem Gelände eingeladen oder haben eine Führung mit Mama und Papa unternommen oder sind Grubenbahn gefahren.

Die kleine Zoey hat mit einem Chor sogar vor Ort schon einmal gesungen: „Das war sehr schön, außerdem war ich auch schon öfters unter Tage, das war auch ein tolles Erlebnis.” Sängerin Henriette mag das Steigerlied: „Wenn man es zum ersten Mal singt, ist es vielleicht etwas schwierig, aber wenn man das Lied oft singt, dann wird es immer besser.

Ein Video vom Chor der Grundschule Jürgenohl gibt es ab sofort auf der GZ-Homepage.



Auszug GZ v. 15.02.2020

Herzstück der Zusammenarbeit für Hochbegabte
Die “Entdeckertage” des Kooperationsverbunds für besondere Begabungen regen dazu an, den Dingen mit Spaß auf den Grund zu gehen

Staunen, forschen und lernen jenseits des Fachunterrichts — dies ist der Grundgedanke der Entdeckertage, die jedes Jahr kurz nach den Zeugnisferien in Schulen und Kindergärten angeboten werden. Staunen, forschen, lernen könnte auch der Gedanke des Kooperationsverbunds zu 41 Förderung besonderer Begabungen sein, der 15 Jahre alt wird.

Der Kooperationsverbund, dem die Grundschulen Worthschule, Hahndorf/Jerstedt und Jürgenohl ebenso angehören wie die KiTas Hahndorf, St. Jakobi und Kunterbunt, will Kinder über die Schulgrenzen hinweg fördern. Die weiterführenden Schulen im Kooperationsverbund sind das Christian-von-Dohm-Gymnasium und die Realschule Goldene Aue.

In diesen acht Bildungseinrichtungen wurden während der Entdeckertage zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt — sowohl innerhalb der Bildungseinrichtungen als auch durch Kooperationen zwischen ihnen. Die teilnehmenden Einrichtungen berichteten dieses Jahr selbst von ihren Erfahrungen und schickten der GZ Fotos, koordiniert von Stephan Petry, Organisator der Entdeckertage.

Allein in den vier fünften Klassen des Christian-von-Dohm-Gymnasiums wurden acht Projekte angeboten, an denen 20 besonders interessierte und begabte Grundschüler der vierten Klasse teilgenommen haben. Die Angebote stießen laut Petry auf große Resonanz. „Die Grundschüler, ihre Freude und ihr Einsatz sind eine echte Bereicherung.

Und Projekttage haben ohnehin einen Mehrwert, weil sie den schulischen Alltag durchbrechen”, sagte Schulleiterin Barbara Reichert. Und so waren am Ende alle begeistert: Grundschüler und Gymnasiasten haben sich mit Freude und Interesse mit spannenden Themen jenseits des Fachunterrichts beschäftigt und so ganz nebenbei ihre Kommunikations- und Sozialkompetenz gestärkt.

Die Projekttage sind aber keine Einbahnstraße, betonte Petry: Auch Schülerinnen und Schüler des CvD haben in den Grundschulen des Kooperationsverbunds Projekte angeboten. So werden Schülerinnen zu Projektlehrerinnen —eine Erfahrung, die den Horizont erweitert, die Sozialkompetenz schult und das Selbstbewusstsein stärkt.

Die Grundschule Jürgenohl wurde zum Forschungslabor. Die Klassenstufen 3 und 4 arbeiteten wie echte Wissenschaftler an verschiedenen Experimenten. Ausgerüstet mit Laborkitteln, Forschungsprotokoll und mit großen Augen erkundeten sie die Funktion einer Mikrowelle. Was passiert, wenn man eine CD hinein stellt? Beobachtete Blitze wurden ausgewertet, die Entstehung gedeutet. Erstaunt waren die Forscher auch darüber, dass man mit Babypuder und einer Kerze eine Explosion verursachen kann. Das Fazit an der Grundschule Jürgenohl: „Forscher sein macht Spaß!”



GZ v. 13.02.2020

Dienstag ist Zeitreisetag in Jürgenohl – Grundschüler besuchen Bewohner des Hansa-Seniorenzentrums

Von Holly Hildebrand

Goslar. „Das ist meine Freundin”, stellt Hildegard Himstedt (85) die Grundschülerin Fiona Vibrans vor. Die Achtjährige nimmt am Schülerbesuchsdienst der Grundschule Jürgenohl teil. Sie und zehn Mitschüler treffen sich alle zwei Wochen mit Senioren und Seniorinnen des Hansa-Zentrums. Zusätzlich verbringen Fiona und Frau Himstedt jeden Dienstag eine Stunde zu zweit. Was haben Menschen im Krieg erlebt? Wie war Schule früher? Worüber sprechen ältere Menschen?

Diese und viele weitere Fragen stellen die teilnehmenden Kinder den Hansa-Bewohnern, berichtet Julia Vibrans. Die Schulsozialarbeiterin ist verantwortlich für das Projekt, das im Rahmen der Zeitreise-AG der Stadtteilschule stattfindet. Sie sieht sich dabei allerdings mehr als Ideengeberin. Wie die Schülerinnen und „ihre Senioren” die gemeinsame Zeit gestalten wollen, bleibt ganz ihnen überlassen. Gemeinsam spielen, basteln oder stricken — langweilig wird es Dienstagnachmittag jedenfalls nicht.

Sich noch einmal gebraucht fühlen, etwas Neues erleben, so lauten Rückmeldungen der Bewohner, berichtet Arne Eckhardt. Besonders gut findet der Hausleiter des Seniorenzentrums, dass das Projekt „aus Freiwilligkeit entstanden ist”. Die Möglichkeit, nicht nur zu erzählen, wie „Schule früher” aussah, sondern auch einmal „Schule heute” zu erleben, gab es bei einem Besuch in der Grundschule.

Erstaunt seien die Senioren über die neuen Möglichkeiten zu lernen gewesen, erzählt die Rektorin Christine Bulban. Sie möchte in Zukunft mehr Orte der Begegnung schaffen. Beispielsweise könnten Alt und Jung in einem gemeinschaftlich bewirtschafteten Garten Kartoffeln pflanzen. Finanzielle Förderung für solch ein Projekt, etwa als „Chancenpatenschaft”, stellt Tjorven Maack, Geschäftsführerin des Kreisverbands Harz der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Aussicht.

Fiona Vibrans und Hildegard Hirnstedt. Die Grundschülerin und die Seniorin treffen sich einmal wöchentlich für eine Stunde.
Foto: Hildebrand



GZ v. 08.02.2020

Ein paar Extra-Nüsse für die Eichhörnchen im Garten
Schüler und Schülerinnen des CvD bauen mit Viertklässlern der Grundschule Jürgenohl Futterstationen für die quirligen Waldbewohner

 

 

Von Sarah Franke
Goslar. Dröhnend bohrt der Bohrer ein Loch in das Stück Holz. Dominik, Nick und Mick schauen zu, wie Vivien Romainschick die Maschine bedient. Das Holzbrett ist Teil einer Eichhörnchen-Futterstation. Mit Jugendlichen wie der 16-Jährigen bauen Viertklässler der Grundschule Jürgenohl die Häuschen. Die Bingo-Umweltstiftung fördert das Projekt mit 1500 Euro.

„Das ist eine schöne Abwechslung zum Unterricht”, sagt Vivien. Sie und andere Jugendliche aus ganz verschiedenen Klassenstufen würden jetzt eigentlich in den Klassenräumen des Christian-von­Dohm-Gymnasiums (CvD) sitzen und büffeln. Nun arbeiten sie mit Säge und Bohrer — und passen zusammen mit den Lehrern auf, dass sich die Grundschüler nicht verletzen.

Fragt man ihn nach dem pädagogischen Nutzen des Projekts, antwortet Lehrer Norbert Rinke: „Die Großen leiten die Kleinen an.” Dieser altersübergreifende Austausch von Wissen sei toll.

Der Bio- und Chemielehrer hat mit Schülern und Schülerinnen in der Vergangenheit schon Insektenhotels und Fledermauskästen gebaut. Die Idee zu den Eichhörnchen-Futterstationen ist gemeinsam mit seinem Lehrerkollegen Holger Ritzke entstanden. Im Keller der Schule haben die beiden Bausätze mit der Kreissäge hergestellt. Das Zusammenbauen übernehmen die Kinder und Jugendlichen. Tatsächlich sei der Nutzen für die Schüler und Schülerinnen höher als für die Eichhörnchen. „Ökologisch gesehen ist das Projekt nicht so wichtig. Die Eichhörnchen finden auch so genug Futter im Winter”, erklärt Rinke. Mit einer Futterstation bauen sich die Kinder aber einen Ort, an dem sie die Wildtiere in Ruhe beobachten können — nachhaltige Umweltbildung inklusive also.

Die gibt es am CvD sowieso schon. Die Schule ist nicht nur im bundesweiten Excellence-Netzwerk MINT-EC Mitglied, das das naturwissenschaftliche Interesse fördern soll. Rinke bietet auch eine Umwelt-AG an, die Vivien besucht. „Mir gefällt, dass wir dort viel praktisch machen”, sagt die 16-Jährige während sie mit Mick Dominik und Nick Löcher ins Holz bohrt. Dominik ist begeistert: „Ich bin ein Freund der Umwelt und mag Tiere.” Mick und Nick stimmen ihm zu.

                     

Die Futterstationen hängen die Jungs und die anderen Kinder zu Hause im Garten auf. „Oder wie ich auf den Balkon, einen Garten haben wir nicht”, sagt Dominik. So oder so: Die Eichhörnchen freuen sich sicherlich über ein paar Extra-Nüsse.



Auszug GZ v. 01.02.20 

Im Mathematikum kann man Mathe anfassen

Erneut war eine Wanderausstellung des mathematischen Mitmach-Museums – dessen Hauptsitz in der hessischen Uni-Stadt Gießen liegt – in der BBS 1 Am Stadtgarten Goslar zu Gast und gastierte dort zwei Wochen lang.

Rund 380 Schülerinnen und Schüler von der vierten Klasse bis zur Oberstufe haben sich die Mitmach-Exponate in Goslar angesehen. Eigentlich ist „Mathematik zum Anfassen“ für Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse gedacht. Doch sie eignet sich auch für jüngere Kinder, meint Sebastian Skorzinski. „Hier können die Kinder alles anfassen. Sonst ist Mathe ja eher abstrakt“, sagt der Physik- und Mathelehrer.

Gerade lässt Skorzinski mit Joas und Joel Kutsch, beide 10 Jahre alt, Kugeln und Bahnen Richtung Boden sausen. Eine der Bahnen ist gebogen, eine gerade. Die Zwillinge sind erstaunt, dass bei Kugeln trotzdem zeitgleich unten ankommen. Auch ohne, dass der Lehrer ihnen die mathematischen Formeln hinter dem Phänomen an die Tafel schreibt, sind die Schüler der Grundschule Jürgenohl beeindruckt.

 

Lehrer Sebastian Skorzinski erklärt den Zwillingen Jonas und Joel ein Exponat.

 

Hier gibt es tolle Knobelsachen, man kann viel entdecken“, sagt Jonas. Nach der Schule könnte der Viertklässler sich vorstellen, als Architekt zu arbeiten. „Ich mag Mathe“, sagt Jonas. „Und er baut viel mit Lego“, fügt sein Bruder hinzu, der sich später im Arztkittel durch die Praxis eilen sieht.

 

Das kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an: Wenn sie solche  Kantenmodelle in Seifenlauge tauchen, entstehen feingliederige Seifenhäute.

 

„Beim Mathematikum steht der spielerische Aspekt im Vordergrund“, sagt Carsten Fiedler, Abteilungsleiter an der BBS 1. „Jüngere Schüler entdeckten Neues, ältere frischten ihr Wissen auf. Die Ausstellung nimmt die Scheu vor der Mathematik. Seit einigen Jahren merken wir, dass Schülerinnen und Schüler zunehmend Probleme mit dem Fach, teilweise sogar Angst davor haben, erzählt Fiedler.

Da haben die Zwillinge Jonas und Joel einigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wohl etwas voraus. Angst haben vor naturwissenschaftlichen Fächern haben sie nämlich nicht, sondern ein großes Interesse an ihnen.

 



GZ v. 05.12.19

800 Kuscheltiere gesammelt – Weihnachtsfest in der Grundschule Jürgenohl

Foto: Hohaus

Goslar. Zum Weihnachtsfest hatte die Grundschule Jürgenohl alle Kinder und Familienangehörige eingeladen. Rektorin Christine Bulban war begeistert, dass sich so viele Gäste im Forum eingefunden hatten. Mit Liedern vom Schulchor, unter der Leitung von Inna Wegner, wurde das Fest eröffnet.

Dafür gab es einen tosenden Beifall. „Wir helfen uns und anderen“, so lautete das Motto des vergangenen Schülerforums. Da wurde von der Klasse 4a und ihrer Lehrerin, Birgit von Rauchfuß, aufgegriffen und in die Tat umgesetzt.

In den vergangenen Wochen wurden etwa 800 Kuscheltiere gesammelt und verkauft. Die Klasse 4a möchte den Erlös dem Tierheim Goslar spenden, um Tieren, die in Not sind oder ausgesetzt wurden, zu helfen.

In den Klassenräumen gab es verschiedene Bastelangebote. Der Elternverein hatte wieder ein großes Kuchenbuffet organisiert. Auch die neue Schulkollektion – T-Shirts und Jacken – wurde vorgestellt.

heh



GZ v. 21.11.19

Neue Matten erlauben große Sprünge – REWE-Märkte Fliegerhorst und am Zwingerwall ermöglichen der Grundschule Jürgenohl eine Anschaffung

Goslar. Eine Spende in Höhe von 1000 Euro überreichte Andreas Scherf, Inhaber des REWE-Marktes Am Fliegerhorst, und Anika Scherf, Inhaberin des REWE- Marktes Am Zwingerwall, an die Grundschule Jürgenohl. Dieser Betrag wurde über die Aktion „Pfandtastisch helfen“ in beiden Märkten über drei Monate durch gespendete Pfandbons der Kunden zusammengetragen.

Durch ausgehängte Plakate an Jen Pfandbonautomaten in beiden Märkten und in der Schule wurden die Kunden gebeten, ihren Bon für die Anschaffung eines Weichbodens für die Sporthalle der Grundschule Jürgenohl zu spenden. Und nun Ist sie da – die große neue Weichbodenmatte.

Sie wird sowohl am Vormittag der Grundschule als auch am Nachmittag und Abend von allen Sportlern der Halle in Jürgenohl genutzt. Alle Sportlerinnen und Sportler freuen sich riesig, nun wieder große Sprünge in welchen Grund machen zu können.

Schulpatenschaft

Schon einige Jahre fehlte in der Sporthalle der Grundschule Jürge-nohl eine Weichbodenmatte für den Schulsport. Die alte war nicht mehr zu nützen, die andere gehört dem MTV, der sie freundlicherweise auch der Schule zur Verfügung stellte.

Das Fehlen dieses beliebten und häufig eingesetzten Sportgerätes beklagten die Sportlehrkräfte der Schule seit längerer Zeit. Da kam das Angebot von Familie Scherf von den REWE-Märkten Fliegerhöret und am Zwingerwall wie gerufen.

Die Klasse 4b präsentierte die neue Matte zusammen mit Ihrer Sportlehrerin Ellen Farnan den Sponsoren. Andreas Scherf vereinbarte außerdem mit Christine Bulban, Rektorin der Grundschule Jürgenohl, und Marion Liebermann, Schulelternratsvorsitzende und Mitglied im Schulvorstand, eine Schulpatenschaft.

Die Pfandbonaktion war so erfolgreich, dass neben der Summe für die Anschaffung der Weichbodenmatte in Höhe von 740 Euro, noch weitere 860 Euro aus dem Markt von Anika Scherf als Spende zur Verfügung stehen. Der Elternverein nahm dieses Geld bereits entgegen, um es im kommenden Jahr der Schule für Präventionsarbeit „Für Gesundheit – gegen Gewalt“ zur Verfügung zu stellen.

Im Frühjahr wird ein Erste-Hilfe-Kursus für die 70 Kinder der 4. Klassen durchgeführt, Nach den Sommerferien 2020 Ist geplant, noch eine weitere Eingangsstufenklasse für drei Jahre am Präventionsprojekt „Klasse 2000“ teilnehmen zu lassen.

Der Markt als Lernfeld

Neben finanzieller Unterstützung von Schulprojekten wurden hier viele gute Ideen zusammengetragen, wie REWE mit der Schule kooperieren kann. So können die Schülerinnen und Schüler auch einmal den Markt besuchen, der dann zum Lernfeld wird: Welche Nahrungsmittel sind gesund, welche weniger? Wie funktioniert das von A-Z mit dem Leergut? Welche Berufe gibt es in einem Markt? Wie überschlage ich, was sich in meinem Einkaufswagen befindet? Der Matheunterricht einmal anders. Eine Markt-Rallye rundet den Markttag ab.

heh



GZ v. 10.09.19

„Hey ho, ho hey, wir sind Musikpiraten”

Goslar. ,,Die schnarcht aber ganz schôn laut“, kommentiert ein Drittklässler der Grundschule Jürgenohl das Schnarchen der Prinzessin bei der Aufführung des Puppenspiels ,,Die Abenteuer der Musikpiraten“. Drei dritte und vierte Klassen hatten die Gelegenheit, sich das einstündige Stück in der Aula anzuschauen.

Puppenspieler Bernd Linde hat die Musikpiraten in Zusammenarbeit mit der Radiophilharmonie des NDR komponiert und will Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren auf diesem Weg klassische Musik näherbringen. Daher dürfen bekannte Melodien von Mozart, Vivaldi und Wagner nicht fehlen, welche auch die Kinder wiedererkennen.

Denn einige von ihnen haben im Rahmen der Projektwoche Teile von Mozarts Zauberflöte einstudiert und aufgeführt. Das Stück erzählt die Geschichte der Musikpiraten, die immer auf der Suche nach neuen Melodien sind. Der Neue an Bord beweist sein Talent, als seine Crew von einer Prinzessin gefangen genommen wird und er sie mit einem Lied freispielen muss. Zum Abschluss wird auch die Prinzessin zu einer Musikpiratin.

 



GZ v. 05.10.19

Sicherheitswesten für die Grundschule

Goslar. Die Verkehrswacht Goslar, vertreten durch ihren 1. Vorsitzenden Peter Scheffel überreichte der Grundschule Jürgenohl insgesamt 36 Sicherheitswesten mit fortlaufender Nummerierung für die Durchführung von Fahrradkursen- und Prüfungen. Die Rektorin Christine Bulban, die Fachleitung für den Sachunterricht Angelika Meißner und die Klasse 4b zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Iris Warnecke nahmen die Sicherheitswesten in Empfang.

Die bisherigen Sicherheitswesten waren abgängig und hatten auch keine Nummerierung. Die  Summe der Spende für die Sicherheitswesten beträgt 500 Euro. Von der Bürgerstiftung Goslar und Umgebung erhält die Verkehrswacht einen Spendenbetrag für Anschaffungen.

Der Umgang mit den Fahrrädern wird an der Grundschule Jürgenohl groß geschrieben, denn Anfang September gab es erst ein ADAC- Geschicklichkeitsturnier für alle drei vierten Klassen auf dem Schulhof. Im Mai/ Juni erfolgt etwa vier Wochen lang der Verkehrsunterricht im Block, theoretisch und praktisch für die Radfahrprüfung, dann wird auch mehrmals die Fahrstecke abgefahren.

heh

 

Foto: Die Klasse 4 b mit  Iris Warnecke, Angelika Meißner, Peter Scheffel,
Christine Bulban.